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Interview

Gernot Mangold

Schulleiter - Berufskolleg Pflege und Gesundheit

Es gibt viele Ausbildungsberufe, wo Fachkräfte benötigt werden. Wenn der demografische Wandel im Kreis gesehen wird, ist davon auszugehen, dass der Pflegeberuf eine sehr wichtige Rolle, in einer überalternden Gesellschaft spielt.
wir4: Bitte stellen Sie Ihre Schule kurz vor: Welche Bildungsgänge und Abschlüsse bieten Sie an?
Gernot Mangold: An der Berufsfachschule für Pflege und Gesundheit kann die Ausbildung Pflegefachfrau/Pflegefachmann sowie in der Pflegefachassistenz gemacht werden. Zudem bietet die BFS die Weiterbildung zur Praxisanleitung an.
wir4: Welche Bedeutung hat Ihre Schule für die Fachkräftesicherung in der wir4-Region?
Gernot Mangold: Durch den demografischen Wandel werden im Kreis Wesel in den nächsten Jahren weitaus mehr Pflegekräfte, dass die Schule einen wichtigen Anteil daran hat genügend Fachkräfte in der Pflege auszubilden.
wir4: Inwiefern kann der Campus dazu beitragen, dass junge Menschen nach der Ausbildung in der Region bleiben?
Gernot Mangold: Durch regionale Anstellungsträger und regionale Einsatzorte für externe Praxiseinsätze haben regionale Pflegeeinrichtung die Möglichkeit Werbung in eigener Sache zu machen umso die Auszubildenden später in der Region zu halten.
wir4: Was zeichnet Ihre Schule aus Ihrer Sicht besonders aus? Welche neuen Lern- und Ausbildungskonzepte (z. B. Digitalisierung, moderne Werkstätten, neue Berufsbilder) sind am Berufsbildungs-Campus vorgesehen?
Gernot Mangold: Da die Form der Pflegeausbildung erst seit 2020 besteht, sind die Ausbildungskonzepte aktuell an die Anforderungen der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung angepasst. Digitale Lernformen sind in allen Räumen möglich, praktische Übungen können in den Demonstrationsräumen auf alle Pflegesettings abgebildet werden.
wir4: Wie gelingt bei Ihnen die Verbindung von Theorie und Praxis?
Gernot Mangold: Alle Lerneinheiten haben als Grundlage ein realistisches Fallbeispiel aus der Praxis. Zudem werden neben theoretischen Inhalten, welche die Kompetenzen der Auszubildenden erweitern, auch praktische Übungen in den Demonstrationsräumen gemacht. Des Weiteren werden die Auszubildenden in jedem Praxisblock von Lehrern besucht und es findet ein Austausch gemeinsam mit den Praxisanleitern der Ausbildungsträger statt. Zu den Praxisblöcken erhalten die Auszubildenden angepasst an den Lernstand Aufgaben die bearbeitet werden müssen um die Umsetzung der theoretischen Kenntnisse in den Praxisalltag zu fördern.
wir4: In welchen Berufsfeldern sehen Sie aktuell den größten Fachkräftebedarf? Welche Rolle spielt der Campus bei der Förderung von Bildungsgerechtigkeit und individuellen Bildungswegen?
Gernot Mangold: Es gibt viele Ausbildungsberufe, wo Fachkräfte benötigt werden. Wenn der demografische Wandel im Kreis gesehen wird, ist davon auszugehen, dass der Pflegeberuf eine sehr wichtige Rolle, in einer überalternden Gesellschaft spielt. Durch die Vielzahl der Bildungsgänge, auch an den anderen Berufskollegs gibt es eine sehr große Zahl an Bildungswegen und alle Schulen am Campus legen einen großen Wert, das unabhängig von sozialer Herkunft, Geschlecht und Kultur alle Möglichkeiten gegeben werden sich weiterzuentwickeln.
wir4: Was macht berufliche Bildung an Ihrer Schule für junge Menschen attraktiv?
Gernot Mangold: Die moderne Ausstattung und gute Erreichbarkeit sowie Haltung zur Ausbildung und den Auszubildenden sowie die Kooperation mit Ausbildungsträgern aller Settings geben den Auszubildenden viele Möglichkeiten. Es wird immer auf möglichst wohnortnahe Einsatzorte geachtet und bei Problemen gemeinsam nach Lösungen gesucht.
wir4: Welche Rolle spielt die Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen und Einrichtungen? Wie werden regionale Unternehmen konkret in die Ausbildung und Weiterentwicklung der Berufsschulen eingebunden?
Gernot Mangold: Die Schule kooperiert mit zahlreichen Ausbildungsträgern, es findet ein reger Austausch statt, wo gemeinsam Ausbildungsprozesse angepasst und optimiert werden. Für die Träger werden Praxisanleiter weiter- und fortgebildet.
wir4: Welche Themen werden die berufliche Bildung in den nächsten Jahren besonders prägen? Vor allen beim Einsatz von KI und andere digitale Lernmethoden.
Gernot Mangold: Im Bereich KI werden noch viele Entwicklungen kommen, die im Moment noch nicht absehbar sind. Es ist allerdings davon auszugehen, dass die Lehr- und Prüfungsformen den neuen Lernmethoden, insbesondere der KI angepasst werden müssen.
wir4: Was wünschen Sie sich für die Zukunft der beruflichen Bildung in der wir4-Region? Welche Signalwirkung hat der Berufsbildungs-Campus aus Ihrer Sicht über die wir4-Region hinaus?
Gernot Mangold: Durch den Campus und viele Ausbildungsberufe unter einem Dach wird die Bedeutung auf Ausbildung deutlich gemacht. Zudem zeigt der Kreis Wesel als Träger seine Verantwortung für die Entwicklung von Fachkräften.
wir4: Was motiviert Sie persönlich in Ihrer Rolle als Schulleiterin bzw. Schulleiter?
Gernot Mangold: Für den Bereich Pflege motiviert mich besonders, dass ich selbst lange Jahre in der Pflege gearbeitet habe und so die Bedeutung gut ausgebildeter Pflegekräfte kenne. Die Kompetenzentwicklung junger Menschen zu begleiten und zu fördern ist zudem eine gesellschaftlich wichtige Aufgabe.
wir4: Welche Vorteile sehen Sie für Ihre Schule als Teil des Berufsbildungs-Campus?
Gernot Mangold: Der Austausch unter den Schulen hat einen großen Mehrwert, dass oft in einer anderen Schule ein benötigter Schulabschluss für die Pflegeausbildung erreicht wird und gemeinsam an der Entwicklung junger Menschen gearbeitet wird. Räume können gemeinschaftlich genutzt werden und eine kollegiale Beratung unter den Schulleitungen hat einen großen Mehrwert.
wir4: Frau Mangold, herzlichen Dank für das Gespräch.